Unternehmensbewertung – Multiples und DCF

Unternehmensbewertung: Multiples und DCF-Methode verständlich erklärt

2. Dezember 2024

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EBITDA-Multiples

Die Multiples-Methode vergleicht Ihr Unternehmen mit ähnlichen Transaktionen. EBITDA × Branchenmultiple = grober Unternehmenswert. Typisch für Mittelstand und viele PE-Transaktionen. Die Kunst liegt in der Bereinigung des EBITDA und der Auswahl der Vergleichswerte – Details in unserem Artikel zu EBITDA-Anpassungen.

Zunächst muss das EBITDA „normalisiert“ werden: Einmalige Aufwendungen, überdurchschnittliche Gehälter oder nicht wiederkehrende Kosten können add-back-fähig sein. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob das verwendete EBITDA repräsentativ ist – ein schwaches Jahr oder ein Ausreißer verzerrt die Bewertung. Die Auswahl der Vergleichstransaktionen ist ebenso kritisch: Gleiche Branche, ähnliche Größe und vergleichbares Geschäftsmodell sind Voraussetzung für aussagekräftige Multiples.

Typische Multiples im deutschen Mittelstand liegen je nach Branche und Wachstum zwischen dem 5- und 12-fachen des bereinigten EBITDA. Die Bandbreite zeigt: Die Bewertung ist keine exakte Wissenschaft, sondern Ergebnis von Verhandlung und Marktlage.

DCF-Methode (Discounted Cash Flow)

Der DCF-Ansatz projiziert freie Cashflows und diskontiert sie auf den heutigen Wert. Besonders geeignet für Unternehmen mit klar planbarem Wachstum. Erfordert fundierte Annahmen – oft ergänzt durch Multiples-Check.

Beim DCF werden die erwarteten freien Cashflows der nächsten Jahre prognostiziert. Hinzu kommt ein Restwert (Terminal Value), der die Cashflows jenseits des Planungshorizonts abbildet. Beide werden mit einem gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) auf den heutigen Zeitpunkt diskontiert. Das Ergebnis ist der Unternehmenswert aus Sicht der erwarteten Cashflows.

Der DCF reagiert sensibel auf die Annahmen: Wachstumsrate, Margenentwicklung und Kapitalkostensatz haben großen Einfluss. Deshalb wird er oft als Ergänzung zum Multiples-Ansatz genutzt – die Bandbreite zwischen beiden Methoden zeigt den Verhandlungsspielraum und hilft, die eigene Position zu validieren.

Praxis: Beide Methoden im Blick

Erfahrene Käufer und Berater nutzen beide Ansätze. Die Bandbreite der Ergebnisse gibt Verhandlungsspielraum. Für Verkäufer ist es entscheidend, die Logik zu verstehen und die eigene Bewertungsstory zu kennen.

In der Praxis führt ein Käufer typischerweise beide Berechnungen durch. Liegen die Ergebnisse nah beieinander, ist die Bewertungsbasis solide. Größere Abweichungen deuten auf Unsicherheiten hin – etwa bei der Wachstumsprognose oder der Auswahl der Vergleichstransaktionen.

Für Verkäufer gilt: Wer die Bewertungslogik versteht, kann seine Stärken gezielt hervorheben. Ein überdurchschnittliches Wachstum rechtfertigt höhere Multiples, stabile Cashflows stärken den DCF. Die Vorbereitung mit einem M&A-Berater hilft, die eigene Bewertungsstory zu schärfen – unterstützt durch unsere Unternehmensbewertung und Fallstudien.

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