Was sind Add-backs?
Add-backs erhöhen das bereinigte EBITDA um Aufwendungen, die nach dem Verkauf wegfallen oder nicht typisch für den laufenden Betrieb sind. Typische Beispiele: Einmalige Beratungskosten, überdurchschnittliche Gehälter von Gesellschaftern, nicht wiederkehrende Restrukturierung.
Das bereinigte EBITDA bildet die Basis für die Bewertung nach der Multiples-Methode. Je höher das EBITDA, desto höher der Unternehmenswert – deshalb sind Add-backs ein zentrales Verhandlungsthema. Add-backs sind nur legitim, wenn die Aufwendungen nach dem Verkauf tatsächlich nicht mehr anfallen oder nicht zum „normalen“ Betrieb gehören.
Beispiele für oft anerkannte Add-backs: Einmalige Rechtsberatung, M&A-Beratungskosten des laufenden Prozesses, überdurchschnittliche Gesellschaftervergütung (gegenüber dem, was ein angestellter Geschäftsführer kosten würde), nicht wiederkehrende Restrukturierungs- oder Sanierungskosten.
Was Käufer anerkennen
Einmalige, dokumentierbare Posten mit klarer Begründung. Dagegen: Laufende Kosten, die der Käufer weiterhin tragen müsste. Private Equity prüft Add-backs kritisch – zu aggressive Bereinigung schadet der Glaubwürdigkeit.
Käufer akzeptieren Add-backs nur, wenn sie plausibel und dokumentierbar sind. Eine überhöhte Gesellschaftervergütung muss belegbar sein – und der Käufer muss davon ausgehen können, dass er einen angestellten Manager günstiger einstellen kann. Einmalige Kosten müssen tatsächlich einmalig sein; wiederkehrende „Einmaligkeiten“ werden schnell durchschaut.
Zu aggressive Bereinigung untergräbt das Vertrauen. Wenn das bereinigte EBITDA kaum noch dem tatsächlichen Ergebnis entspricht, wird der Käufer skeptisch – und möglicherweise bei anderen Punkten härter verhandeln. Ehrlichkeit und Transparenz zahlen sich aus.
Dokumentation zählt
Jeder Add-back muss nachvollziehbar sein. Gute Vorbereitung mit einem M&A-Berater und ggf. Financial Due Diligence schafft Transparenz und stärkt die Verhandlungsposition des Verkäufers.
Idealerweise werden Add-backs in einer Add-back-Matrix dokumentiert: Posten, Betrag, Begründung, Beleg. Diese Matrix kann Teil der Financial Due Diligence oder des Verkaufsmemos sein. Sie zeigt dem Käufer, dass die Bereinigung seriös und nachvollziehbar ist.
Eine Vendor Due Diligence oder die Unterstützung durch einen M&A-Berater bei der Verkaufsvorbereitung hilft, nur legitime Add-backs zu fordern und sie überzeugend zu begründen. Vergleiche Unternehmensbewertung und Transaktionen.
